Vor- und Nachteile des Standorts
Konsum: Indiens Mittelschicht zählt 50 Mill. Menschen. Bis 2025 sollen es laut McKinsey 580 Mill. sein. Das macht Indien zu einem wachstumsstarken Markt.
Investitionen: Firmen stecken Geld in Expansion und effiziente Technik. Die ICICI-Bank rechnet bis 2010 mit Investitionen von 500 Mrd. Dollar – das wäre mehr als von 1947 bis heute.
Regulierung: Indiens unabhängiges Rechtssystem schützt Investoren besser als in vielen Schwellenländern. Ideenklau wie in China ist selten. Regulierer aber sind schwach, die Gesetzgebung ist schwerfällig.
Ungleicher Aufschwung: Indiens Boom konzentriert sich auf die Städte. Investitionsmangel und marktfeindliche Gesetze stürzen dagegen die Landwirtschaft mit ihren 600 Millionen Menschen in eine Dauerkrise.
Jugend und Fachkräfte: Wenige Nationen haben eine so vorteilhafte Altersstruktur: Die Hälfte der Inder ist unter 25 Jahre alt, jeder dritte unter 15. Die Alphabetisierungsrate steigt. Jedes Jahr bildet das Land weit mehr Ingenieure, Chemiker, Physiker und Mathematiker aus als die USA.
Politische Stabilität: Das rasant wachsende Wohlstandsgefälle schürt Unmut und spielt liberalisierungsfeindlichen Populisten in die Hand. Indiens gefestigte Demokratie garantiert hohe politische Stabilität. Auch das Verhältnis zu Erzfeind Pakistan und zu China hat sich entspannt. Terroranschläge sorgen dennoch für Sicherheitsrisiken. Maoistische Guerillas kontrollieren viele Dörfer.
Bürokratie: Verordnungen knebeln Investoren. Die Behörden sind mächtig. Dauerinspektionen bei Umwelt- und Gesundheitsschutz öffnen der Korruption die Tür.
Infrastruktur: Indiens miserable Straßen und Häfen sind dem Wachstumstempo nicht gewachsen. Krass ist der Strommangel: Zwischen Bedarf und Erzeugung klafft eine Lücke von zwölf Prozent.
Handelsblatt-Tagung
Das Handelsblatt veranstaltet am 12. und 13. September 2007die dritte „Handelsblatt Jahrestagung Indien“. Teilnehmer in Berlin sind hochrangige Vertreter aus Politik und Wirtschaft.




